17. August 2026

Geschichte ist nicht Vergangenheit – Lesung mit Ruth Hoffmann am Elbe-Gymnasium

Wie wird Geschichte heute für politische Zwecke genutzt? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Lesung der Journalistin und Autorin Ruth Hoffmann am 6. Juli 2026 im Atrium des Elbe-Gymnasiums. Die Autorin besuchte unsere Schule bereits zum dritten Mal und stellte auch ihre vorherigen Sachbücher vor.

Vor Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen, Lehrkräften und weiteren Gästen stellte sie ihr aktuelles Sachbuch „Raubzug von rechts“ vor und zeigte, warum der Blick auf die Vergangenheit auch für unsere Gegenwart entscheidend ist.

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, wie rechte Akteure historische Begriffe und Ereignisse für ihre politischen Ziele umdeuten. Hoffmann erläutert, dass Schlagworte wie „Freiheit“, „Nation“, „Demokratie“ oder „Widerstand“ bewusst mit neuen Bedeutungen aufgeladen werden. Historische Parallelen würden dabei oft verkürzt oder verfälscht dargestellt, um eigene Positionen zu legitimieren. Statt einfacher Antworten wirbt die Autorin dafür, genauer hinzuschauen, Quellen kritisch zu prüfen und historische Zusammenhänge zu verstehen. Das Buch erschien im März 2026 und untersucht anhand von fünf zentralen Begriffen, wie Geschichte instrumentalisiert wird und weshalb demokratische Werte immer wieder neu verteidigt werden müssen.

Während der Lesung wurde deutlich, dass Geschichte weit mehr ist als ein Schulfach. Sie prägt unser Verständnis von Demokratie und beeinflusst, wie wir aktuelle politische Debatten einordnen. Hoffmann machte anschaulich, wie Sprache unser Denken beeinflusst – und warum es wichtig ist, Begriffe nicht kampflos vereinnahmen zu lassen.

Im anschließenden Gespräch nutzten viele Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Diskutiert wurde unter anderem, welche Rolle soziale Medien bei der Verbreitung politischer Botschaften spielen, wie man Desinformation erkennt und warum historisches Wissen dabei helfen kann, populistische Erzählungen kritisch zu hinterfragen. Ruth Hoffmann beantwortete die Fragen offen, verständlich und ohne belehrenden Ton.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Sie lebt davon, dass Menschen informiert sind, kritisch nachfragen und unterschiedliche Perspektiven diskutieren. Die Lesung bot dafür zahlreiche Denkanstöße – und zeigte, dass ein Sachbuch spannende Debatten auslösen kann.

Die Lesung wurde durch die Bundespolitische Bildung und unserem Schulverein unterstützt und gefördert.

aus der Pressemappe zum Buch „Raubzug von rechts“

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